Pilze auf La Palma
beiNach 30-jährigen Investigationen auf der Insel kann ich auf Grund der Ergebnisse sagen: es gibt viele Pilze auf La Palma. Ich beobachte hier gezielt 35 besonders pilzträchtige Biotope, von denen einige vorgestellt werden.
Die Pilzsaison beginnt nach den ersten ergiebigen Regenfällen - etwa Ende Oktober/ Anfang November - mit geballtem Pilzaufkommen in den Kiefernwäldern auf der Ostseite der Insel, nach 4 Wochen dann auf der Westseite, wo die Regengüsse erst später einsetzen. Im Dezember nehmen die Pilze merkbar ab, und im Januar/Februar trifft man nur noch auf einzelne Nachzügler. Pilzfloristisch-ökologisch ist sehr interessant, dass wir hier ausser den Kiefern (Pinus radiata und Pinus canariensis) an Mykorrhizapflanzen nur Esskastanien (Castanea sativa) und Cistus (C. symphytifolius und C. monspeliensis) haben, was den Pilzreichtum noch erstaunlicher macht. Eigenartigerweise erscheinen in den Kiefernwäldern nicht einmal die üblichen Kiefernbegleiter wie Suillus luteus, Chroogomphus rutilus, Suillus granulatus, Hygrophorus hypothejus u.a.m., vermutlich spielt auch das Klima eine Rolle, und es genügt nicht nur die Mykorrhizapflanze. So finden wir z.B. auch nur im kälteren Norden der Insel und in Höhen von 1400 m ü.M. die für La Palma ausgefallenen Arten Tricholoma saponaceum und Xerocomus badius, die wohl eine gewisse Kälte zum Fruktifizieren benötigen, sowie auch Tricholoma portentosum, auch in Deutschland erst nach dem ersten Frost erscheinend. Auch der Mangel an kalkhaltigen Böden sollte das Vorkommen mindern, aber ich habe auch schon etliche Arten gefunden, die nach der Literatur Kalk lieben oder brauchen, auch da gibt es anscheind noch Lücken zu füllen im allgemeinen Wissen.
Ich habe einige weltweit neue Arten gefunden, die teils bereits gültig beschrieben sind oder in Vorbereitung dazu beim Spezialisten liegen.