Aktuell von La Palma

2004: IV Jornada de las Setas de La Palma ...

Fast schon gewohnheitsgemäss verlief diese Veranstaltung: um die 500 Besucher erschienen, und in kostenlosen Proben verschiedener Gerichte wurden über 50 kg Waldpilze verarbeitet. Der Gratis-Weinausschank einer palmerischen Kellerei wurde von den Besuchern ebenfalls begrüsst. Höhepunkt war natürlich die gut bestückte Pilzausstellung, auf der dieses Jahr auch schon weltneue Pilze mit Namen vorgestellt werden konnten, die in der Zwischenzeit vom Lepiotaspezialisten Peter Mohr bestimmt und veröffentlicht worden waren. Es zeigt sich immer wieder, dass La Palma eine Reise wert ist, was man bestätigt sieht durch wiederholte Besuche ernsthaft arbeitender Mykologen, die ihre interessanten Ergebnisse in Fachzeitschriften publizieren.

Nachdem ich im Jahre 2001 die ‘Jornada de las Setas de La Palma’ ins Leben gerufen und diese Pilzveranstaltung vier Jahre lang organisiert habe, lege ich nun die Gestaltung und Betreuung dieses grossen Tages in die jüngeren Hände unseres hiesigen Pilzvereins, der ‘Sociedad Micológica de La Palma’.

Trotzdem stehe ich gerne solchen Besuchern helfend zur Verfügung, die ganz spezielle Pilze in ganz besonderen Biotopen antreffen möchten. Sie setzen sich bitte mit mir persönlich in Verbindung: mycopalma@ya.com

Zu diesem grossen Pilzetag ist auch die CD-ROM 'La Palma - Pilze' verkaufsbereit mit über 700 aufgelisteten Arten, davon 400 in grossformatigen Farbfotos, daneben eine Inselkarte mit Markierung und Vorstellung der wichtigsten Pilzbiotope und 25 bewährte Pilzrezepte aus der Dähncke-Küche.

Der Direktverkaufspreis ist 24,95 € (Näheres hier)

 

Die fleissigen Sammler

Die Pilz-Austellung

 

Bericht über die vorjährige Veranstaltung:

2003: die III. Jornada de Las Setas de La Palma konnte besser nicht verlaufen. Am strahlend sonnigen Sonntag fanden sich über 400 Personen am Treffpunkt Pared Vieja, dem gut angelegten Picknickplatz im Walde, ein. Zwei Fernsehkanäle, Rundfunk und Presse hielten die Attraktionen wie gruppenweises Pilzesuchen in verschiedenen Wäldern, reiche Pilzausstellung und begeistertes Pilzessen fest. 45 kg Frischpilze wurden in drei Rezepten angeboten: als Pilzpaella, Gemischte Rahmpilze und einer reich garnierten Riesen-Pilzpizza. Dazu gab es Getränke nach Wahl.

Das Pilzeldorado La Palma ist nun schon weitbekannt, und so konnten wir Besucher aus verschiedenen europäischen Ländern als Gäste begrüssen und in die gewünschten interessanten Biotope führen. Sie waren von dem Pilzreichtum so angetan, dass sie für das nächste Jahr den Besuch ihrer Arbeitsgemeinschaften bzw. Pilzvereine in Aussicht stellten.

Die Mitglieder unserer Sociedad de Micología de La Palma haben in freudigem Einsatz alles perfekt organisiert, so dass jeder auf seine Kosten kam, und alle rundum zufrieden waren.

Diese Jornada de Las Setas de La Palma findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Dezember statt. Jeder kann teilnehmen. Sie ist kostenlos.

Am Treffpunkt

 

Fernseh-Reportage

 

Auf geht’s zum Pilzesuchen

 

Besuch aus Italien, Marco Floriani

 

Erster Gang Paella, als vortrefflich gelobt

 

Büffet für die Helfer

 

Pilzkultivierung

Die Sociedad de Micología de La Palma zeigte Interesse an der Kultivierung von Speisepilzen, und so führte ich auf meiner Finca 'Los Castañeros' das Experiment an unterschiedlichen Laubhölzern mit drei verschiedenen Zuchtpilzen, deren Brutmyzel mir die Firma Hawlik aus Deutschland zukommen liess, durch. Wir verimpften Pleurotus ostreatus, Pleurotus eryngii und Pleurotus cornucopiae auf Laubhölzer wie Kastanie, Kirschbaum, Nussbaum, Wilder Avocado, Ziegenstrauch Tagasaste, Australische Eiche, Mimose, Apfelsinenbaum, Maulbeerholz, Avocado, Mandelbaum, Eukalyptus und Lorbeer.

Im Zuge unserer Versuchsreihe der Kultivierung von Pleurotus ostreatus (Austernseitling, essbar) an verschiedenen Laubhölzern, beimpften wir am 8.2.2003 auch das Holz von Tagasaste (Chamaecytisus proliferus var. palmensis). Der Stammabschnitt hatte 24 cm Durchmesser und 40 cm Länge. Er wurde hochkant etwa 15 cm in die Erde eingesenkt. Auf die Baumscheibe verteilten wir einige Impfstäbchen mit dem entsprechenden Myzel und deckten mit einem passenden Baumabschnitt ab. Die Impfstelle umwickelten wir gegen Austrockung und eventuelle Schädlinge mit einem Plastikstreifen, der erst zur nächsten Regenzeit im November abgenommen wurde. Die ersten Fruchtkörper von Handgrösse erschienen Mitte Mai 2004.

Da es auf der Insel jährlich 15.000 t trockene Bananenpflanzen als Abfall gibt, mit deren Entsorgung grosse Probleme bestehen, es hingegen aber durch Fehlen von Getreideanbau kein Stroh gibt, will ich versuchen, Stropharia rugoso-annulata auf fein gehäckselten Resten von Bananenstauden zu züchten.

 Ich werde über die Ergebnisse berichten.  

Mitte Juli 2004 legten wir einen Lastwagen voll ‘Gartenabfall’, bestehend aus zerkleinerten Palmblättern gemischt mit leichtem Humus, als Kulturbeet von 12,50 m / 3 m aus und durchwässerten das Material gut. 9.8.2004 Beimpfung mit Pilzbrut von Stropharia rugoso-annulata, Unterteilung in 12 Sektoren, jeder mit unterschiedlichen Bedingungen (Abdeckung mit Erde, Lichtreduzierung durch Überdachung usw.). Im August/September/Oktober fielen in günstigen Abständen 150 Liter Regen bei warmem Klima mit Erhaltung einer Beettemperatur von 25-23º in der Tiefe. Erster Schub gesunder, kräftiger Fruchtkörper des Zuchtpilzes am 24. und 27.10.2004 und zwar auf dem Sektor mit ganz einfacher Ausbringung des Substrats, ohne Erdabdeckung und ohne Überdachung. Davor erschienen interessante Begleitpilze auf dem gemischten Substrat, u.a. Volvariella volvacea in kräftigen Exemplaren, ein in Ostasien sehr geschätzter und auf Reisstroh gezüchteter Pilz.

Das erfolgreiche Experiment zeigt, dass auf La Palma unter geringstem Aufwand auf einem im Überfluss vorhandenen Abfallprodukt gute Speisepilze gezüchtet werden können.